Etelser – dieser Name steht für ein Familienunternehmen, das nun schon in fünfter Generation Käsespezialitäten produziert. Unsere offizielle Unternehmensgründung haben wir festgeschrieben mit der Eintragung als Molkerei im Jahr 1924, doch tatsächlich reicht unsere Geschichte noch viel weiter zurück – und wird sich sicherlich auch noch weit in die Zukunft hinein fortsetzen.

1862   Meta Sophie Brüns, die Ur-Urgroßmutter des heutigen Juniorchefs, beginnt mit der Herstellung von Frischkäsebällchen nach eigener Rezeptur. Golfballgroße Kugeln sind es, die sie auf den Wochenmärkten von Achim und Verden von ihrem Ochsenkarren aus anbietet. Und geschäftstüchtig, wie sie ist, beliefert sie gleich auch die Gaststätten auf dem Weg zwischen Etelsen und den Marktorten. In kleinen Holzkisten werden dort die Käsebällchen auf die Tische gestellt und zum Bier angeboten – ein Vorläufer des heute so beliebten Fingerfoods.
Die nächste Generation setzt das erfolgreiche Geschäft fort: Sohn Johann-Dietrich Brüns und seine Frau Katharina treten in die Fußstapfen der Mutter, und Katharina Brüns erweitert das Sortiment um ihren selbst gemachten Kochkäse.
1899   Johann-Dietrichs Sohn Johann Brüns wird geboren.
Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918 tritt er als Nachfolger in dritter Generation in den elterlichen Betrieb ein und beginnt mit dessen Erweiterung. Milchzukauf, Ausbau der Milch- und Käsereiprodukte und deren geregelter Transport und Verkauf lassen ein gut gehendes Kleinunternehmen entstehen.
1924   Aus heutiger Sicht die offizielle Gründung unseres Unternehmens: Johann Brüns lässt den Betrieb als Molkerei eintragen. In Bassen und Otterstedt eröffnet er die ersten beiden Kühlstellen, bald kommen drei weitere hinzu. Die Milch- und Käseprodukte werden nun mithilfe zweier LKWs transportiert, das kleine Unternehmen entwickelt sich immer professioneller.
1938   Jan-Gerd Brüns wird geboren – Johann Brüns´ Sohn und künftiger Firmennachfolger in vierter Generation.
1939   Im Jahr darauf kommt es zum plötzlichen Aus für die Molkerei: Der rein private Betrieb stellt für die staatlich geführten Molkereien eine allzu starke Konkurrenz dar. Die Nationalsozialisten verhängen die Schließung – bis auf eine Ausnahme: Die Käseproduktion hat weiter zu laufen. „Käse für die Front“ lautet die Maßgabe. Die florierende Molkerei wird zum reinen Wehrmachtsversorger degradiert.
1949   Nach Kriegsende und Währungsreform eröffnet Johann Brüns die Molkerei wieder – vor allem auf Drängen der Bauernschaft. Erneut geht es stetig bergauf mit dem Unternehmen Etelser. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Erfolg leistet die bis heute geführte Marke „Etelser Landkochkäse“.
1964   Jan-Gerd Brüns, längst im elterlichen Betrieb tätig, legt im Allgäu erfolgreich die Prüfung zum Molkereimeister ab.
1967   Drei Jahre später kommt sein Sohn Jan-Wilhelm zur Welt.
1970   Jan-Gerd Brüns trifft eine gewagte unternehmerische Entscheidung: Er verkauft das gesamte Milcheinzugsgebiet und beginnt, sich ganz auf die Herstellung von Käsesystemprodukten zu spezialisieren. Und dieser mutige Schritt soll belohnt werden – das Unternehmen erfährt einen rasanten Aufstieg.
1985   Den nächsten Coup landet Firmeninhaber Jan-Gerd Brüns mit dem Erwerb der Allgäuer Schmelzkäserei Alperi. Neben der Hinzugewinnung der eingeführten Marken Alperi und Wanderer ist es vor allem das Wissen um die Besonderheiten der Schmelzkäseherstellung, das sich für das Etelser Unternehmen bald mehr als bezahlt machen soll. Bislang undurchführbar scheinende Produktideen lassen sich nun umsetzen und eröffnen völlig neue Märkte.
1992   Nach einem Studium der Lebensmitteltechnik tritt Jan-Wilhelm Brüns als künftiger Nachfolger in fünfter Generation mit in das Unternehmen ein.
1997   Das bisherige Einzelunternehmen wird zu einer GmbH. Geschäftsführer sind Jan-Gerd und Jan-Wilhelm Brüns.
2000   Das stetige Wachstum des Unternehmens erfordert einen umfangreichen Umbau des Firmengebäudes in Etelsen.
2006   Die räumlichen Kapazitäten des Werkes sind vollständig ausgelastet. Für die zwingend erforderliche Werkserweiterung bietet sich das angrenzende Etelser Dorfland an, doch die Verhandlungen mit der Gemeinde scheitern. Bei aller Verbundenheit zum traditionsreichen Standort Etelsen wird die Verlagerung des Werkes damit unumgänglich. Mit der ehemaligen Nordmilch-Immobilie in der Gemeinde Stuhr finden sich nahezu ideale Bedingungen für das expandierende Unternehmen. In einer logistischen Meisterleistung bei minimalem Produktionsausfall erfolgt im August 2006 der Umzug von Etelsen nach Seckenhausen – ein weiterer Schritt in eine aussichtsreiche Zukunft.

 

Auch weiterhin werden wir uns den stetig wechselnden Anforderungen stellen, mit offenen Augen den Markt beobachten, frühzeitig neue Trends erkennen und immer wieder neue und passgenaue Produkte entwickeln. Die kurzen Entscheidungswege in unserem mittelständischen, inhabergeführten Unternehmen erlauben es uns, auf neu entstandenen Bedarf sofort zu reagieren und unsere Ideen mit dem Wissen und der Erfahrung aus fünf Generationen zeitnah umzusetzen.